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Radeln ist gesund und elektrisch leichter

Die E-Mobilität kommt nicht nur bei Automobilen zunehmend in Schwung, auch beim Fahrradfahren setzt sie sich immer mehr durch. Laut Zweiradverband gibt es fast fünfeinhalb Millionen E-Bikes in Deutschland – mit steigender Tendenz. In 2020 kamen fast zwei Millionen neue Räder mit elektrischem Antrieb hinzu!

Bildnachweise: Peter Zimmer, Haibike - Geero & Kettler

Vor ein paar Jahren war Peter Zimmer schwer krank und hatte zehn Kilo mehr. Jetzt hat der Schreinermeister aus Quierschied ein E-Bike, das er regelmäßig bewegt und fühlt sich gut. Der 59-Jährige gerät geradezu ins Schwärmen, wenn er von seinem nicht mehr ganz so neuen Hobby erzählt. Angefangen hat alles vor sechs Jahren mit einem bleischweren Trekking-Bike mit Mofa-Nummernschild. Das war nur bedingt vergnügungssteuerpflichtig, weshalb vor drei Jahren ein E-Mountain-Bike von Cube mit Bosch-Motor angeschafft wurde. Peter Zimmer liebt es nämlich, das saarländische Profil im Wald zu erkunden.

Auf 3.000 bis 3.500 Kilometer bringt er es im Jahr. Dafür schwingt er sich zwischen Februar und November 20- bis 25-mal im Monat in den Sattel. „Um den Kopf freizubekommen und weil es mir einfach guttut und auch noch Spaß macht“, schwärmt der Mann, der sich selbst als verbissenen Fahrer bezeichnet. Also: Ehrgeiz nicht nur im schönen Schreinerberuf.

Inzwischen nennt er ein zweites E-Bike sein Eigen, eine „Rakete“, wie er sagt. Es ist aus England, Marke „Ribble“, 14 Kilogramm schwer, gehört zur Gattung der Gravelbikes, was zu Deutsch etwa „Schotter-Rad“ bedeutet. „Das sind geländegängige Räder mit Rennlenker, die sowohl straßentauglich sind als auch querfeldein eine gute Figur machen.“ Damit hält er sich jetzt fit und ist explizit schlecht drauf, wenn mieses Wetter eine Tour verhindert, wie er sagt. Aber ganz allgemein, womit ist der E-Bike-Boom zu begründen? Dabei steht natürlich zunächst nicht der Umweltaspekt im Vordergrund, sondern die Bequemlichkeit. Die Unterstützung beim Bergauffahren, gerade auch angesichts der Topographie im Saarland, bringt nicht nur ältere Semester, wie Peter Zimmer, auf die Idee, sich ein solches Fahrrad anzuschaffen. Mittlerweile ist das Angebot schier unüberschaubar – und durchaus überraschend gerade auch aus Deutschland. Hierzulande wurden im letzten Jahr allein 1,3 Millionen E-Bikes produziert. Dazu gehört auch ein Hersteller mit saarländischen Wurzeln wie die Firma Kettler, aber auch zahlreiche andere Unternehmen, die sich einen guten Ruf erworben haben wie die Firma Winora mit ihrer Untermarke Haibike aus Schweinfurt oder Cube aus Waldersdorf bei Bayreuth. Allerdings ist jedes Fahrrad letztlich ein mehr oder weniger internationales Produkt. Da kommen Rahmen aus Südostasien, Schaltungen aus Japan und andere Anbauteile aus europäischen Ländern. Die Motoren kommen aber immer häufiger aus Deutschland – etwa von Bosch aus Stuttgart oder Brose aus Berlin.

Damit wären wir auch schon gleich bei einem der wichtigsten Aspekte beim EBike, dem Motor. Grundsätzlich gilt: Je höher die Speicherkapazität des Akkus und die Power des Motors, umso besser lässt sich damit fahren, mit dem Nachteil eines eventuell höheren Gewichts. Die Leistung selbst ist bei Pedelecs auf 250 Watt (W) gesetzlich limitiert. Entscheidender ist daher das Drehmoment, das ausschlaggebend dafür ist, wie der Motor den Tritt in die Pedale unterstützt. 75 Newtonmeter (Nm) gelten dabei als ein guter Wert, 50 Newtonmeter sollten es aber mindestens sein. Ein richtiger Hammermotor ist zum Beispiel der Brose Drive S Mag mit 90 Newtonmeter.

Die Akkukapazität hat maßgeblichen Einfluss auf die Reichweite, schlägt sich aber auch gleichzeitig im Preis nieder. Über 600 Wattstunden (Wh) dürften aber in jedem Fall für längere Touren absolut genügen. Als besonders beliebt zeigt sich hier Boschs Powertube mit 625 Wattstunden, allerdings mit einem Akkupreis von nahezu 1.000 Euro! Leider liegt das Gewicht der Fahrräder mit Motor oft bei 25 Kilo und mehr. Alle Werte darunter machen das Leben und vor allem das Heben, etwa auf Fahrradständer, leichter und insgesamt das Fahrrad agiler.

Die eierlegende Wollmilchsau bei den E-Bikes wäre also ein Fahrrad von vielleicht 20 Kilogramm Gewicht, in straßentauglicher Ausstattung, mit 75 Newtonmeter Drehmoment und einer Akkukapazität von mindestens 500 Wattstunden. Und das dann am besten zu einem Preis unter 3.000 Euro. Tatsächlich lag übrigens der Durchschnittspreis bei einem Pedelec im Jahr 2019 bei 3.191 Euro!

Bei aller Technik soll aber auch ein E-Bike gut aussehen. Und dies ist zunehmend der Fall, vor allem weil der schwere Akku nicht wie zu früheren Zeiten hinten auf dem Gepäckträger angebracht wird, sondern meist mittig und fast unsichtbar verbaut ist. Das führt dazu, dass selbst sogenannte Tiefeinsteiger-Fahrräder – früher sagte man Damenfahrräder – ohne obere Stange richtig schnittig aussehen. Hier ist als Beispiel das Haibike Trekking 6 Lowstep zu nennen, das in der Kategorie Trekking den „Focus Design- und Innovation-Award“ gewinnen konnte. Gesamtsieger wurde bei diesem Wettbewerb im Jahr 2021 übrigens das Geero 2 City Comfort Cream von einer aufstrebenden Manufaktur aus Österreich.

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